Die dreizehnte Woche
Verfasst von Bastian Meyer am Freitag, 7. November 2008, 00:02
Es gibt ein bisschen was zu feiern!
- Seit dem 2. November gibt es meinen Blog bereits ein Jahr!
- Barack Obama ist der naechste Praesident!
Seit letzter Woche bin ich beim Schultheaterstueck fuer die Geraeusche zustaendig. Da Freitag und Samstag Abend (dieses Wochenende) die beiden Auffuehrungen sind, war in den letzten Tagen die letzten Proben und ich hatte keine Zeit hier zu schreiben. Aufgefuehrt wird „A Connecticut Yankee In King Arthur’s Court“ von Mark Twain. Der 25-jaehrige Henry kommt durch einen Stromschlag an den Hof von Koenig Arthur im Jahre 528. Nachdem er sich dort vor seiner Verbrennung retten und die Herrschaft uebernehmen, industrialisiert er das Land, indem er Fabriken baut, die Hygieneartikel herstellen, und andere moderne Geraete „erfinden“. Ich spiele einfach nur zur richtigen Zeit die richtigen Geraeusche ueber ein Mischpult ab. Nicht besonders schwer, muss aber zur richtigen Zeit kommen.
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Nun mal ein bisschen zur Wahl, die ja am Dienstag war. Indiana ist tatsaechlich das erste Mal seit 1964 wieder an die Demokraten gegangen. Auch wenn es nur ein knapper Sieg war (26000 Stimmen, ein Prozentpunkt), konnte Obama seinen Nachbarstaat (er ist aus Illinois) ueberzeugen. Auch wenn die meisten Counties republikanisch gewaehlt haben, hat es ausgereicht, dass die grossen Counties (Indianapolis und die nahe Chicago) demokratisch sind.
Hier sind mal die Ergebnisse von Mittwoch Morgen (also wahrscheinlich nicht mehr ganz aktuell):
- Praesidentenwahl:
- Obama: 338 Wahlmaenner, ca. 53%
- McCain: 163 Wahlmaenner, ca. 47%
- Senat:
- Demokraten: 56 Sitze
- Republikaner: 40 Sitze
- Noch unbestimmt: 4
- Repraesentantenhaus:
- Demokraten: 251 Sitze
- Einer davon mit 71% an Peter Visclosky, „mein“ Repraesentant, der auch noch in unsere Government-Klasse kommen wird
- Republikaner: 173 Sitze
- Noch unbestimmt: 11
- Demokraten: 251 Sitze
- Gouverneur (IN):
- Mitch Daniels (Republikaner): 58%
- County:
- Komplett Republikanisch
Mit seinen 338 Wahlmaennern liegt Obama eindeutig ueber den 270 benoetigten und ueber dem Ergebnis von Bush in den beiden letzten Wahlen. Fuer den Senat hatten sich die Demokraten eigentlich 60 Sitze erhofft, um somit die Republikaner von sogannten „Filibustern“ abhalten zu koennen. Die vier verbleibenden Sitze werden hoechstwahrscheinlich aber nicht alle an die Demokraten gehen. Eine Mehrheit haben sie aber trotzdem (56 von 100). Auch im Haus haben die Demokraten mit mindestens 251 von 435 Sitzen eine eindeutige Mehrheit. Mitch Daniels ist mit 58% eindeutig wieder zum Gouverneur von Indiana gewaehlt worden. Er ist hier sehr beliebt und viele koennen ihn sich als zukuenftigen Praesidentschaftskandidaten vorstellen. Das County ist, wie ich nicht erwartet hatte, komplett an die Republikaner gegangen. Dazu habe ich allerdings keine Werte.
Filibuster: Im Senat gibt es keine Redebeschraenkungen, das heisst, man kann so lange wie man will ueber irgendein Thema reden. Dieses Mittel wird gerne von der Minderheit eingesetzt, um somit die Aktionen des Senates zu verlangsamen und damit das Gesetz, ueber das eigentlich gerade verhandelt wird, aufzuhalten. Filibuster koennen von einzelnen oder mehreren Personen gehalten werden. Der Rekord fuer eine einzelne Person liegt bei 24 Stunden. Der Senator hat einfach Rezepte, Gedichte und das Telefonbuch von Washington, D.C., vorgelesen… Filibuster koennen allerdings abgewehrt werden: Wenn 60 Senatoren gegen einen Filibuster stimmen, kommt es direkt zur Abstimmung ueber den Gesetzesentwurf. Allerdings wird das nur selten gemacht: Erstens aufgrund der Mehrheitsverhaeltnisse und zweitens, weil die meisten Senatoren sich auch die Moeglichkeit auf einen Filibuster offenhalten wollen.
Woche 13/44