Bastians USA-Blog

War da nicht mal ein Austauschjahr…?

Weblog-Archiv für 15. Oktober 2008

Die zehnte Woche

Verfasst von Bastian Meyer am Mittwoch, 15. Oktober 2008, 03:05

Diese Woche ist nichts besonderes passiert und da mir langweilig ist, werde ich micht jetzt mal mit dem Essen beschaeftigen. Naechste Woche werde ich mich mal mit dem US-Wahlkampf und der Wahl auseinander setzen.

Fruehstueck: Zum Fruehstueck gibt es meistens einfach Cornflakes. Diese gibt es in unglaublich vielen Varianten und alle Varianten gibt es von unglaublich vielen Herstellern, sodass es unglaublich (ich mag das Wort) viele Produkte gibt. Einige gibt es auch in Deutschland, aber nicht alle (zumindest habe ich sie bei uns noch nicht gesehen). Manchmal, meistens Sonntag, haben wir auch die amerikanischen Pfannkuchen, die kleiner, dafuer aber dicker, sind und anders schmecken (schwer zu beschreiben). Dazu gibt es dann noch Wuerstchen (Cevapcici-aehnlich) und Ahornsirup. Zu trinken gibt es meistens Orangensaft.

Mittagessen: Das Mittagessen haengt sehr stark davon ab, wann und wo wir essen. In der Schule muss sich bis auf Dienstags, dann gibt es Hot Lunch, jeder selber was mitbringen. Das koennen einfache Sandwiches sein, Joghurt oder auch warme Speisen sein, die dann in den Mikrowellen, die es gibt, wieder aufgewaermt werden koennen. Einmal pro Quartal (das erste endet diesen Freitag) gibt es Off-Campus-Lunch; dann darf jeder da essen, wo er moechte, meistens eine der vielen Fast-Food-Ketten, die es auch hier gibt (mehr dazu gleich). Sonntags gibt es immer ein besonderes Essen, das immer wieder variiert. Auch dazu gleich mehr.

Abendessen: Das Abendessen ist eigentlich immer warm. Manchmal holen wir aber auch einfach nur was von einem Fast-Food-Restaurant.

Generelles zum Essen: Zum Essen gibt es eigentlich immer Melone. Relativ haeufig gibt es auch gruene Bohnen und Mais. Besonders beliebt sind BLTs, einfache Sandwiches: Eine getoastete Toastbrotscheibe mit Mayonaise bestreichen, gebratenen Bacon, Salat (Lettuce) und Tomate drauflegen und mit einer weiteren Toastbrotscheibe abschliessen. Einfach und lecker. Selbstgemachte Hamburger gibt es auch recht haeufig; das Hamburgerfleisch ist frisch und wird dann selber auf dem Grill gegrillt. Gegessen wird nur mit der Gabel, alles, was geschnitten werden muss, wird vorher mit dem Messer geschnitten oder einfach, wenn es weich genug ist, mit der Gabel zerkleinert.

Fast-Food: Es gibt viel mehr Fast-Food-Ketten hier, bisher habe ich wirklich nur eine kleine Auswahl davon in Deutschland gesehen. Hier mal die, die mir grade einfallen, nach angebotenem Essen sortiert.

  • Hamburger: McDonald’s, Burger King, Wendy’s, White Castle, Applebee’s, Dairy Queen
  • Sandwiches: Subway, Quizno Sub
  • Pizza: Pizza Hut
  • Huehnchen: Kentucky Fried Chicken
  • Kaffee: Starbucks

Falls mir noch mehr einfallen, werde ich die Liste noch ergaenzen bzw. in einem weiteren Eintrag weiterfuehren.

Deutsches Essen in den USA: Es gibt tatsaechlich auch deutsches Essen hier. Meistens handelt es sich dabei zwar nur um „bratwurst“, aber ich habe auch schon echtes deutsches Brot bei Aldi gefunden. Das ist nicht nur weiches, dunkles Brot, sondern echtes festes Brot. Deutsches Essen wird meistens mit dem deutschen Namen beworben; bei dem Brot stand allerdings nur „Deutsche Kueche“ (mit echtem „ü“) drauf.

Auf Nachfrage ist hier jetzt noch mal der Text meines Zeitungsartikels von letzter Woche:

Town council president visits Covenant Christian students

„How many Cubs fans are here?“ With this question, DeMotte’s town council president Mark Boer addressed the Senior Government class at Covenant Christian High School on Wednesday, September 17. Some raised their hands, as did Mr. Boer. „And how many are White Sox fans?“ Again, some raised their hands, but this time with laughter, because Mark Boer raised his hand again. „Colts fans?“ „And Chicago Bears fans?“ He raised has hand at both questions, causing more laughter. „See, you can’t tell what I am a fan of, but I can tell you what you like. That’s very important in town government: The people do not need to know what we like, but we must know what the people like.“

Mark Boer was the third of several guest speakers in Joe Venema’s senior Government class.

In 1984 Boer joined DeMotte’s town council, and five years later, in 1989, he became its president. Boer’s job is to plan projects and make them happen.

At the moment, his project is town water. „We hope we can start it next summer“, he says. Water quality is a big issue in DeMotte, and without a new system, the water standards won’t be passed in the future. The water tower will be located in a two acre corner south east of Spencer Park, with water being pumped from north of town. Home-owners will enjoy better quality water and benefit from lower insurance rates.

„What is politics?“ Boer continues. „Boring!“ someone shouts, which causes a lot of laughter. „Honesty is good – sometimes“, Boer answers smiling, „I think, politics is the process of a group of people making decisions. So, even in churches there’s politics.“ Boer explained DeMotte’s local government. Five town council members each work in a special sector. Every month the town council meets for an hour and a half. The town government efficiently handles 2.8 million dollars every year, while most towns struggle to keep their money flowing.

In response to a student question about being mayor, Boer explained that in Indiana, towns have a government without a mayor, while cities have a mayor. „Theoretically DeMotte can become a city, but I don’t know the process.“

Submitted by Bastian Meyer, CCHS exchange student

Hier noch mal die Uebersetzung fuer alle, die nicht den englischen Text lesen koennen oder wollen. Die Uebersetzung von „town“ und „city“ ist nicht allzu passend, aber es gibt im Deutschen keine andere Moeglichkeit. Die Cubs, White Sox, Colts und Chicago Bears sind Baseball-Teams.

Kleinstadtrat-Praesident besucht Covenant-Christian-Schueler

„Wie viele Cubs-Fans sind hier?“ Mit dieser Frage eroeffnete DeMottes Kleinstadtrat-Praesident Mark Boer die Covenant Christian High Schools Senior-Politikklasse am Mittwoch, dem 17. September. Einige melden sich, zusammen mit Mr. Boer. „Und wie viele sind White Sox-Fans?“ Abermals melden sich wieder ein paar, dieses Mal allerdings mit Gelaechter, da sich auch Mark Boer wieder gemeldet hat. „Colts-Fans?“ „Und Chicago Bears-Fans?“ Er meldete sich beide Male, mehr Gelaechter hervorrufend. „Seht ihr, ihr koennt nicht sagen, von welchem Club ich Fan bin, aber ich kann sagen, was ihr moegt. Das ist sehr wichtig in der lokalen Politik: Die Einwohner brauchen nicht zu wissen, was wir [die Politiker] moegen, aber wir muessen wissen, was die Einwohner moegen.“

Mark Boer war der dritte von einigen Gastrednern in Joe Venemas Senior-Politikklasse.

1984 kam er zum Stadtrat und fuenf Jahre spaeter, 1989, wurde er dessen Praesident. Seine Aufgabe ist es, Projekte zu planen und in die Tat umzusetzen.

Sein aktuelles Projekt ist das Wasser der Stadt. „Wir hoffen, dass wir im naechsten Sommer damit starten koennen“, sagt er. Die Wasserqualitaet ist ein grosses Problem in DeMotte und ohne ein neues Wassersystem wuerden die Wasserstandards in Zukunft nicht mehr erreicht werden. Der Wasserturm wird in einer Zwei-Acre [etwa 8200 Quadratmeter] grossen Ecke im Suedosten des Spencer-Parks gelegen sein; das Wasser wird vom Norden der Stadt dorthin gepumpt. Hausbesitzer werden sich ueber die bessere Wasserqualitaet freuen und von niedrigen Versicherungsraten profitieren.

„Was ist Politik?“, faehrt Boer fort. „Langweilig!“, ruft jemand, was lautes Gelaechter verursacht. „Ehrlichkeit ist gut – manchmal“, erwidert Boer laechelnd, „Ich denke, Politik ist der Prozess einer Gruppe von Personen, die Entscheidungen trifft. So gesehen ist sogar in Kirchen Politik vorhanden.“ Boer erklaerte [ausserdem] DeMottes lokale Regierung. Fuenf Stadtratmitglieder arbeiten in jeweils einem speziellen Bereich. Jeden Monat treffen sich diese Mitglieder fuer anderthalb Stunden. Die Stadtregierung handhabt jaehrlich 2,8 Millionen Dollar effizient, waehrend die meisten Kleinstaedte es nicht schaffen, vernuenftig mit ihrem Geld umzugehen.

Auf die Frage eines Schuelers ueber Buergermeister antwortete Boer, dass in Indiana Kleinstaedte eine Regierung ohne Buergermeister haben, waehrend Grossstaedte einen Buergermeister haben. „Theoretisch koennte DeMotte eine Grossstadt werden, allerdings kenne ich nicht den [dafuer notwendigen] Prozess.“

Eingereicht von Bastian Meyer, CCHS-Austauschschueler

Noch mal was zum Benzinpreis. In der letzten Woche ist der Preis um mehr als einen Dollar pro Gallon hier gefallen, sodass er heute hier wieder bei 3,099 Dollar pro Gallon liegt, an anderen Tankstellen liegt er sogar bei unter 2,90 Dollar.

Wer moechte, darf natuerlich auch mir gerne Fotos schicken.

Am Mittwoch, dem 8. Oktober, habt ihr uebrigens einen neuen Besucherrekord aufgestellt: Mit 123 Aufrufen ist erstmals die 100er-Tagesgrenze durchbrochen. Dadurch ist der Oktober bereits jetzt der bislang beste Monat mit mehr als 500 Besuchern in der Mitte des Monats. Weiter so!

Woche 10/44

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